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Wenn Rot und Weiß im Asienhandel unterschiedliche Geschichten erzählen

11. November 2025 · Elisabeth Brandt

In deutschen Katalogen steht Weiß oft für Klarheit und Premium. In Teilen Ostasiens kann dieselbe Fläche Trauer oder Leere signalisieren – abhängig von Branche und Kontext. Wer nur die Pantone-Nummer übernimmt, übernimmt nicht die Bedeutung.

Ein mittelständischer Hersteller von Haushaltswaren aus NRW wollte seine Weihnachtslinie in Japan und Südkorea platzieren. Die Verpackung war in Deutschland beliebt: kräftiges Rot, goldene Schrift, weiße Innenflächen. In Seoul wirkte das Ensemble festlich, in Osaka wirkte die Weißfläche neben dem Rot für manche Käuferinnen wie ein Bruch in der Feierlichkeit.

Wir haben nicht die gesamte Linie verworfen. Stattdessen wurden Innenkarton und Beileger angepasst, die Außenfarbe blieb. Der Punkt: Lokalisierung heißt selten „alles neu“, sondern „die richtigen Stellen nachjustieren“.

Wer Farbentscheidungen für mehrere Märkte trifft, sollte drei Fragen stellen: Welche Assoziationen trägt die Farbe im Alltag des Zielmarktes? Welche Assoziationen trägt sie in der eigenen Branche? Und welche Farben nutzen etablierte lokale Wettbewerber ohne Peinlichkeit?

Antworten darauf gehören in jedes Kulturbriefing vor dem Druck – nicht erst nach dem ersten Händlerfeedback.

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