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Messestände lesen: Raumkultur zwischen Hannover und Dubai

17. Juni 2025 · Elisabeth Brandt

Auf der Hannover Messe gilt ein bestimmter Rhythmus: Fachbesuchende erwarten klare Produktinseln, ruhige Gesprächszonen und eine Bedienung, die nicht sofort greift. In Dubai erwarten viele internationale Einkäuferinnen eine großzügigere Geste der Gastfreundschaft – Tee, Sitzgelegenheiten, längere Begrüßung.

Ein Aussteller kopierte seinen deutschen Stand eins zu eins nach Dubai. Die Architektur stimmte, die Atmosphäre nicht: zu wenig Sitzplätze, zu starker Produktfokus in den ersten zwei Metern, zu wenig Raum für Begrüßung. Die Gespräche blieben kurz.

Im Folgejahr blieben die Produktwände, aber die erste Zone wurde zur Empfangszone umgebaut. Die Änderung kostete wenig Material und veränderte die Gesprächsdauer spürbar.

Raumkultur ist Teil der Lokalisierung, auch wenn keine Zeile Text übersetzt wird. Abstände, Lautstärke, Blickkontakt und die Frage, wer wen zuerst anspricht, gehören in die Vorbereitung jedes Auslandsauftritts.

Vor dem nächsten Messebau hilft eine kurze Checkliste: Was signalisiert der erste Meter? Wo dürfen Besuchende verweilen, ohne verkauft zu werden? Welche Geste der Gastfreundschaft ist im Markt üblich und für die Marke glaubwürdig?

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